Referent*innen

Marco Fatfat

Marco Fatfat hat Politikwissenschaften, Philosophie und Politische Theorie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Frankfurt und Toronto studiert. Er arbeitet zurzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Seminar der Universität Mainz und ist assoziiertes Mitglied im Promotionsprogramm "Animal Welfare in Intensive Livestock Production Systems" der Universität Göttingen. In seiner Doktorarbeit beschäftigt er sich mit den politikphilosophischen Implikationen tierrechtlicher Positionen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, inwiefern und auf welcher normativen Grundlage politische Interventionen zum Schutze der Interessen von Tieren gerechtfertigt werden können.

Dr. Daniel Wawrzyniak

Daniel Wawrzyniak hat Philosophie in Göttingen studiert, kam dabei erstmals mit dem Feld der Tierethik in Berührung und machte es zu seinem Studienschwerpunkt. Es folgte die Promotion im Rahmen des interdisziplinären Promotionsprogramms "Animal Welfare in Intensive Livestock Production Systems", das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wurde, um Zukunftsperspektiven für die Nutztierhaltung zu entwickeln. Dabei setzte er sich damit auseinander, was der Begriff "Tierwohl" eigentlich bedeutet und welche ethische Orientierung er Menschen im Umgang mit Tieren geben kann. Dies geschah im kollegialen Austausch mit anderen Forschenden aus Agrarwissenschaft, Veterinärmedizin, Agrarökonomie, und weiteren Fachrichtungen. Herausgekommen ist dabei das Buch "Tierwohl und Tierethik. Empirische und Moralphilosophische Perspektiven" (Bielefeld 2019), in dem kritisch hinterfragt wird, inwieweit das Nutzen von Tieren für menschliche Zwecke mit einer aufrichtig gemeinten Sorge um ihr Wohl überhaupt vereinbar sein kann.


Dr. Saskia Stucki

Dr. iur. Saskia Stucki ist Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg), wo sie im Bereich des Klima- und Umweltrechts sowie des Tierrechts arbeitet. Von 2018-2019 war sie Gastforscherin an der Harvard Law School, wo sie im Rahmen ihres vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Forschungsprojekts "Trilogy on a Legal Theory of Animal Rights" zur Rechtstheorie von Tierrechten forschte. 2015 promovierte sie an der Universität Basel mit der mehrfach ausgezeichneten Dissertation "Grundrechte für Tiere". Von 2012-2016 war sie Koordinatorin des Doktoratsprogramms "Law and Animals" an der Juristischen Fakultät der Universität Basel. Saskia Stucki hat international zum Thema Tierrechte und Tierschutzrecht publiziert, zuletzt u.a. im Oxford Journal of Legal Studies.

Dr. Antoine F. Goetschel

Im Rahmen seiner eigenen Anwaltskanzlei in Zürich widmet sich der Referent, neben der Advokatur, seit 35 Jahren der Besserstellung des Tieres im Recht. Als Autor hat er u.a. den «Kommentar zum Eidg. Tierschutzgesetz» (1986), die «Erlass-Sammlung zum Schweizer Tierschutzrecht» (714 S., 1987) und seine Dissertation «Tierschutz und Grundrechte» (1989) verfasst und seither eine Vielzahl weiterer Werke allein oder im Team veröffentlicht.

In den 1990er Jahren lehrte er als einer der ersten Tierschutzrecht an einer Rechtsfakultät (Universität Zürich, Lehrbeauftragter), nunmehr auch im Rahmen der Vorlesung zum Tierarztrecht, errichtete er im Jahre 1995 die Zürcher «Stiftung für das Tier im Recht» (www.tierimrecht.org). Vor und während seiner Zeit mit der von ihm lange Jahre geleiteten Stiftung für das Tier im Recht hat er maßgeblich an der Änderung des Sachstatus am Tier in der Schweiz, der Aufnahme des Begriffs der «Würde der Kreatur» in die Schweizer Bundesverfassung und an der Schaffung des Amts eines amtlichen «Tieranwalts» (1991 - 2010) beigetragen.

Seit rund fünf Jahren widmet sich der Referent der Besserstellung des Tieres vor allem im nationalen und globalen Recht ausserhalb der Schweiz, aus der Überzeugung heraus einer Obliegenheit Europas zum Schutz der Tiere weltweit. Die von ihm ins Leben gerufene «Global Animal Law GAL Association» (www.globalanimallaw.org) umfasst rund 100 Rechtsexperten im Tierschutzrecht weltweit, eine umfassende Datenbank über die nationalen und internationalen Tierschutzgesetze und -bestimmungen und den Entwurf einer «UN Convention on Animal Health and Protection UNCAHP» (www.uncahp.org).

Prof. Dr. Carola Sachse

Carola Sachse ist Historikerin und Universitätsprofessorin (i.R.) am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Sie hat zahlreiche Projekte, darunter von 2000 bis 2004 das MPG-Forschungsprogramm zur "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus", geleitet. Sie publiziert zur Unternehmensgeschichte und Geschlechtergeschichte im 20. Jahrhundert, zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik im Nationalsozialismus und im Kalten Krieg sowie zu geschlechterhistorischen Aspekten der neueren Tiergeschichte. Derzeit ist sie Gastwissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin. Ihr laufendes Forschungsprojekt befasst sich mit Wissenschaftsdiplomatie im Kalten Krieg.